Gefühlsmanagement durch essen

Wir alle wissen – bei Stress, Frust oder Langeweile hilft essen. Ob Schokolade, Keks oder Bockwurst – essen lenkt ab, beruhigt, schafft neue Gefühle und füllt Lücken. Doch wobei hilft es eigentlich? Das strawberry cartoon with many expressionsunangenehme Gefühl ist erst mal weniger präsent. Nicht weg aber mehr im Hintergrund. Insofern hilft essen. Letztlich ist Essen eine mögliche Strategie, um mit unangenehmen Gefühlen umzugehen. Ist das ein Problem?

Das kommt drauf an. Zum Beispiel darauf, wie oft ich diese Möglichkeit nutze? Und was ich dann esse? Und wie viel davon? Kaue ich wütend auf einer fetten Möhre rum, ist das weniger problematisch, als wenn ich depressiv Riegel für Riegel Milchschokolade verdrücke.

Ich beruhige mich z.B. mit Kuchen. Das entstresst mich. Zumindest bilde ich mir das ein. Denn bei Kaffee und Kuchen, nachmittags um halb vier, war meine Mutter endlich mal entspannt. Und mit ihr der Rest der Familie. So steht auf meiner Festplatte: Kuchen entspannt. Inzwischen ist mir das bewusst. Ich nutze es. Nicht immer. Aber immer wieder mal.

Letztlich kommt darauf an, wie ich generell mit meinen Gefühlen sein möchte? Will und kann ich sie spüren? Sollen sie mich leiten? Sind sie Ausdruck meines tieferen Seins?

Integrale Ernährung ist ein Weg der inneren Entwicklung, der das Essen als Spiegel und Übungsfeld nutzt. Welche Gefühle verleiten mich zum Essen? Was kann oder möchte ich nicht spüren? Es braucht einiges an Mut, um da hinzuschauen. Und es lohnt sich.

Unsere Gefühle sind ein Schatz. Sie sind unsere Menschlichkeit. Ein großer, nie endender innerer Reichtum, den uns keiner nehmen kann. Wir können lernen, diesen Reichtum immer tiefer wahrzunehmen. Unser Essen bietet dafür viele Gelegenheiten.