Täuschung beim Essen

Gefragt warum wir essen, geben die meisten Hunger als Grund an. Sicher. Doch wie viel wir verdrücken, hängt noch von ganz anderen Fragen ab, nämlich den Umständen des Essens und dem innerlichen Label. Läuft unser Essen unter Mahlzeit (richtiger Teller, sitzen, Besteck) oder als Snack (Pappe, stehend, zwischendurch)?

Menschen, denen man in Versuchen gleiches Essen als Mahlzeit oder Snack angeboten hatte, unterschieden sich im weiteren Verlauf erheblich. Essen wir eine Mahlzeit, mit allem was dazu gehört, registriert das Gehirn satt und zufrieden. Alles gut. Nach der gleichen Menge Essen jedoch als Snack angeboten, aßen Versuchspersonen im Anschluss bis zu 50% mehr Süßigkeiten und waren weniger zufrieden.

Was tun?

Lasst uns unsere Ess-Kultur bewahren. Nichts spricht gegen einen Snack hier und da. Doch Essen ist zu wichtig, auch zu schön und zu sinnlich, um es örtlichen und zeitlichen Beliebigkeiten zu opfern. Wir sollten uns Zeit zum Essen nehmen. Mahlzeit ist Mahlzeit. Und da sein, wenn wir essen. Wer käme beim Sex auf die Idee, Nachrichten zu schauen?

Also hinsetzen, schön machen und genießen.

 

Quelle: ‚Snack‘ versus ‚meal‘: The impact of label and place on food intake.