Tatort Essen

Pestizide vergiften unsere Nahrung, Insekten, Vögel … und unsere Nahrung.

Die Tatsache, dass es im Frühjahr weiterhin grün wird und noch Vögel zwitschern mag uns Neuntöterberuhigen. Wer aber in den letzten Wochen beim Gang durch Gärten und Felder genau hingehört hat, dem ist vielleicht eine neue Stille aufgefallen. Kaum noch Insekten. Weniger Vögel. Als ich im Frühjahr (3/17) in der GEO den Artikel „Tatort Wiese“ über ein Pestizid namens Neonicotinoid las, war ich wirklich geschockt.

Im Raum Krefeld wurden im Jahr 1989 mit einer standardisierten Fangmethode durchschnittlich 1400g Insekten gefangen. 20 Jahre später mit derselben Methode sind es noch 294g, ein Rückgang um 80%. Dieser Schwund ist nicht überall so extrem, aber er tritt flächendeckend auf. Ursache ist der übermäßige Einsatz von Pestiziden.

Pestizide ermöglichen uns die billige Produktion von Lebensmitteln. So können wir beim Essen Geld sparen, um mehr andere Konsumgüter zu kaufen.

Ja, der Bauer bringt die Pestizide aufs Feld. Aber wir wollen es billig. Wir bestimmen mit unserem Einkaufs- und Essverhalten die Art der Produktion mit. „Essen ist eine landwirtschaftliche Maßnahme“ war ein Slogan der ersten Ökobauern.

Käfer, Bienen, Schmetterlinge, Hummeln – sie bestäuben unsere Pflanzen. Sind Nahrung für Vögel. Deren Sterben folgt nun prompt. Eben fand ich diesen Artikel zum dramatischen Rückgang der Vögel in Deutschland. 

Unsere Entscheidungen beim Einkauf von Lebensmitteln haben einen riesigen ökologischen Impact. Das kann, das sollte, das muss uns bewusst werden. Unsere Kinder und Enkelkinder werden uns fragen, was wir getan oder unterlassen haben, als es noch nicht zu spät war.